Ich heiße Ronja - einfach nur Ronja, denn ich habe keinen Stammbaum und kann
mich nicht mit einem "Von" vor dem Nachnamen schmücken. Ich bin am 11.05.2003
mit meinen sechs Geschwistern (5 Brüder und eine Schwester) in Neuenkirchen-Vörden geboren.
Meine Mama heißt vermutlich (wenn es stimmt, was die Züchter meinem Frauchen sagten)
"Bliska vom Biggetal". Damit sind der "Ike von der Hohensyburg" und die
"Amy of White Ambra" meine Großeltern mütterlicherseits. Was meinen Vater
betrifft, tappt mein Frauchen leider im Dunkeln. Aber mir ist das egal! Wen interessiert das
schon?
Als ich mein Frauchen das erste Mal sah, hatte ich so dolle Angst, dass ich
mich im Gebüsch verkroch. Meine beiden Brüder, die ollen Schleimer, hatten wohl
Torschlusspanik (4 von uns waren schon weg), denn sie waren übermäßig aufdringlich,
schwänzelten um die junge Dame herum und knabberten an ihren Schnürsenkeln. Aber
die blonde Frau erzählte den Züchtern, dass sie unbedingt eine Hündin
wollte und keinen der doofen Jungs. Ha! Frechheit siegt also nicht immer! Ich habe mich natürlich
gefreut, als ich das hörte und kam auf ihr Locken sogar aus dem Gebüsch und habe
mich auf den Arm nehmen und kraulen lassen. Irgendwie war sie mir ja dann doch sympathisch.
Sie hat mich sogar von einer gemeinen Zecke befreit, die sich gerade genüsslich in
meine Haut bohrte.
Als die junge Dame dann ging, war ich ja doch traurig. Sie wollte mich also
doch nicht... Umso überraschter war ich, als sie am kommenden Sonntag mit einem riiiiesigen
Herrn ankam, um mich abzuholen. Der große Kerl war mir ja irgendwie doch
unheimlich. Sie nahmen mich mit in einem Ding, was sich Auto nennt und ganz laut ist. Auch das
fand ich ziemlich komisch. Ich fing an zu zittern, aber mein neues Frauchen hielt mich ganz
fest auf ihrem Schoß und ich beruhigte mich ziemlich schnell. Eigentlich war ich ja auch
froh, dass ich von meinen blöden Brüdern weg war. Die haben mich schließlich
immer geärgert. Zwei gegen einen, das ist doch echt fies! Naja, jetzt war ich die doofen
Kerle endlich los. Frauchen und der große Typ (Frauchen sagte, das wäre mein neues
Herrchen - was auch immer das bedeutet!) hielten ein paar Mal an und sagten, ich solle Pipi
machen. Aber ich war sooo aufgeregt, da war mir einfach alles vergangen. Ich wollte mich nur
noch igendwo verstecken und in Ruhe erst mal verschnaufen von diesem ganzen Stress!
In meinem neuem Zuhause lernte ich erst einmal meinen Kumpel Tobi kennen, der mit seinem Frauchen Andrea im selben Haus wohnt wie mein Frauchen. Er
war damals schon 8 Jahre alt und ein sehr lieber, verständnisvoller Herr. Vor ihm hatte
ich gar keine Angst. Ich machte sogar Pipi und Frauchen freute sich ganz doll. Aber diese komischen
Autos... so laut und so schnell. Die waren mir einfach zu unheimlich. Deshalb war ich froh,
als wir endlich in die Wohnung gingen. Da flüchtete ich mich blitzschnell unter Frauchens
Schreibtisch und ruhte mich erst einmal aus von den ganzen Strapazen.

Mein damaliger Lieblingsplatz
Am liebsten wäre ich da gar nicht mehr da rausgekommen, aber irgendwann
wollte Frauchen schon wieder, dass ich Pipi mache. Ich habe das gar nicht verstanden! Warum
musste ich denn zum Pipimachen nach unten gehen? Der schöne, weiche, blaue Teppich in Frauchens
Wohnzimmer eignete sich doch hervorragend und mindestens genauso gut wie das Gras, auf das Frauchen mich immer
setzte. Sie empfand das anscheinend nicht so und fing immer an, sich ganz doll zu freuen,
und herumzuhüpfen, wenn ich unten auf dem Rasen Pipi machte. Echt peinlich!!! Naja, dann tat
ich ihr eben den Gefallen. Die ersten Wochen wollte ich aber nur hinten im Garten meine Geschäfte
erledigen. Da war es nämlich nicht so laut: keine schrecklichen Menschen, Fahrräder,
Autos usw. Das hat mir nämlich damals alles Angst eingejagt. Da konnte ich mich dann natürlich
nicht auf meine Geschäfte konzentrieren!
In der ersten Zeit war mir nachts immer besonders langweilig. Ich fand das doof, dass Frauchen immer so fest geschlafen hat und sich in dieser Zeit nicht mit mir beschäftigen konnte. Da kam ich auf die super Idee, mich ein bisschen künstlerisch an ihren Wänden zu betätigen. Die weiße Tapete im Flur hatte mir von Anfang an sowieso nicht gefallen, also habe ich die erst einmal abtapeziert. Da ich aber auch die eine Wand als äußerst störend emfpand, habe ich auch gleich noch versucht, einen kleinen Wanddurchbruch durchzuführen. Frauchen fand das gar nicht so witzig, als sie nachts aufstand und barfuß in einem Haufen aus Putz und Tapetenresten stand. So überlegte sie sich ganz clever, dass eine Mischung aus Tabasco, Sambal Oelek und Cayennepfeffer mir die nächtlich Knabberei schnell austreiben würde. Ha! Falsch gedacht! Da ich ein heißes Mädchen bin, stehe ich auf scharfe Sachen und ab diesem Zeitpunkt schmeckten die Wände richtig lecker und nicht mehr so fade nach Tapetenkleister.
Irgendwann habe ich aber gemerkt, dass mir der Schlaf fehlte, den ich nachts für die Renovierungsarbeiten aufbrachte und daher gab ich diese Nebentätigkeit bald wieder auf.
Frauchen zeigte mir in den kommenden Monaten ganz viel. Sie hat in der ersten Zeit immer was gejammert
von "Oh Gott, die Prägungsphase ist schon fast vorbei!", was auch immer das
heißen mag. Auf jeden Fall nahm sie keinerlei Rücksicht auf meine arme Psyche und schleifte
mich bedingungslos überall mit hin. Voll brutal, die Frau! Aber witzigerweise merkte ich
irgendwann, dass das ja alles gar nicht so schlimm ist und dass das Rausgehen ja richtig Spaß
machen kann. Zweimal in der Woche trafen wir uns mit ganz vielen anderen netten Welpen, mit denen
ich spielen konnte. Wir haben da immer ganz lustige Sachen gemacht. Am Anfang war mir das ja
alles noch ein bißchen suspekt, aber ich fand Gefallen daran und bald war ich mittendrin
im Geschehen und habe die anderen Welpen aufgemischt.
Seit meiner Kindertage gehen wir zweimal die Woche auf den Hundeplatz, wo ich meine Freunde
treffe und mit ihnen toben kann. Natürlich muss ich da auch arbeiten, aber das macht mir auch Spaß. Frauchen ist ganz stolz auf mich und meint, ich mache es ihr so einfach mit der Erziehung. Naja, man tut, was man kann! Irgendwie muss ich ihr ja für all das danken, was sie für mich tut.

Frauchen und ich bei der Unterordnung
Ich führe ein Leben, wie man es sich als Hund nur wünschen kann.
Ich werde geknuddelt, beschäftigt, gehe jeden Tag gaaanz lange mit Frauchen Gassi, treffe
meine Freunde und kriege ganz leckeres Futter. Nicht so ein Fast-Food-Kram wie die meisten meiner Freunde
- nein, ich kriege ich richtiges Fleisch, wie meine heulenden Verwandten. Frauchen nennt das
"Barf", ich nenne das "äußerst delikat". Denn von Trockenfutter
kriege ich Durchfall und dolle Juckreiz und muss mich ständig kratzen. Deshalb musste sich Frauchen
extra einen zweiten Gefrierschrank anschaffen, damit sie noch Platz für "Menschenessen" im Gefrierschrank haben. Herrchen fand das nicht so lustig, als der Pansen im Gefrierschrank
neben der Pizza lag. Kann ich gar nicht verstehen, Pizza mit Pansenaroma ist doch DER Hammer
schlechthin!!!
Ich habe eine Menge netter Freunde. Da wäre z.B. Milo, das ist mein bester Freund. Mit Milo kann ich ganz wild und toll spielen. Milo ist auch so einer wie ich,
das muss wohl an den Genen liegen, dass wir uns so toll und ohne Worte bzw. Bellen verstehen.
Wenn es dunkel ist, sehen unsere Frauchen nur zwei weiße Hunde, müssen aber schon sehr
genau hinschauen, um uns auseinanderzuhalten. Wenn Milo und ich uns sehen, wird die ganze Zeit durchgetobt, ohne
Pause. Milo wird dabei immer so heiß, dass er sich ein kleines Bad in der Oker oder im See
gönnt, ganz zum Ärger von seinem Frauchen Anika. Milo liebt Dreck und Wasser in jeglicher
Form. Selbst im tiefsten Winter springt er mit Begeisterung in jedes Gewässer, was ihm
in die Quere kommt. Was Fressen angeht, sind wir uns auch immer einig. Sein Frauchen hat immer
die tollsten Leckerlis, manchmal bäckt sie sogar selber welche. Köstlich!!! Ist doch
klar, dass wir dann hören wie ne Eins und ihr die ganze Zeit am Rockzipfel kleben.

Milo und ich - sind wir nicht ein tolles Paar?!?
Dann gibts da noch Rocky, den kenne ich nun wirklich schon, so lange ich denken kann! Damals haben wir noch zusammen im Sandkasten gebuddelt. Wir beide sehen uns täglich und gehen wirklich durch dick und dünn. Rocky will zwar leider seit einger Zeit nicht mehr mit mir spielen, weil er andere Dinge wie Schnüffeln im Kopf hat, aber das tut unserer Liebe trotzdem keinen Abbruch. Manchmal gehe ich Rocky mit meinem Spieltrieb ganz schön auf den Keks, ich versuche es nämlich immer wieder, ihn zum Spielen aufzufordern. Irgendwann muss er doch mal nachgeben und heiße Hündinnen heiße Hündinnen sein lassen und mit mir toben. Bisher leider ohne Erfolg *schnief* Typisch Mann halt! Aber ich gebe nicht auf. Rocky schätze ich aber auch deshalb, weil er mich so toll beschützen kann. Wenn mir ein anderer Rüde nur zu nahe kommt, dann wird er zu Rocky Löwenherz (sagt zumindest sein Frauchen Anja immer), ganz egal wie groß der andere Rüde ist, denn ich bin SEINE Freundin! Auch ist er immer sehr liebevoll zu mir, wenn es mir mal nicht so gut geht. Dann bekomme ich kleine Küsschen von ihm und werde ganz vorsichtig an der Stelle beschnuppert, wo ich mein Aua habe. Hach, er kann ja so gefühlvoll und zärtlich sein, wenn er will! Nach aussen hin ist er ein Macho wie er im Buche steht, aber ich habe ihn durchschaut: in der harten Schale steckt ein weicher Kern!

Rocky und ich beim Kuscheln
Frauchen macht auch immer ganz viele lustige Sachen mit mir. Da bin ich ganz
wild drauf. Beschäftigung jeder Art ist mir willkommen, hauptsache Frauchen macht etwas mit mir. Suchspiele sind meine Spezialität. Ich habe eine echt gute Nase.
Daher finde ich beim Spazierengehen auch immer ganz viele leckere Sachen im Gras liegen. Hmmmm... und
die duften so gut! Da kann ich selten widerstehen. Frauchen wird immer ganz böse, wenn
ich mir irgendetwas Leckeres schnappe. Ich verstehe das gar nicht, sie stopft doch auch immer
Süßigkeiten in sich hinein. Außerdem legt Frauchen gerne Gemüsetage für mich, wo es dann nur Grünzeugs gibt. Das finde ich echt eklig, ich bin doch kein Kaninchen, sondern ein Carnivore und brauche FLEISCH! An solchen Tagen bediene ich mich draußen besonders gerne heruntergefallenen Lebensmitteln und anderen Leckerbissen.
Mein Frauchen bringt mir immer ganz viele Tricks bei. Da bin voll bei der Sache.
Ich will alles gut machen und lese Frauchen jeden Wunsch von den Lippen ab. Jaja, ich bin halt
sehr intelligent und lerne alles blitzschnell. Wir haben sogar schon einen Trickkurs für
Hunde besucht und sogar die Trainerin war von meiner Auffassungsgabe beeindruckt *stolzbin*
Wenn ich von jemandem Beachtung will, dann habe ich da ganz viele Tricks, wie
ich dazu komme. Als Welpe habe ich gerne die Wand angeknabbert und den Putz herausgefressen.
Heutzutage liegen meine Spezialitäten eher darauf, demjenigen so lange auf die Nerven
zu gehen, bis er mich beachtet. Frauchen zum Beispiel, die nimmt sich immer ganz fest vor, mich nicht
immer zu beachten, wenn ich ankomme. Das hat sie mal in irgendeinem doofen Buch gelesen. Ich
komme dann also an, wenn Frauchen auf der Couch sitzt und sich mit etwas ganz anderem, super-langweiligem
beschäftigt. Erst stupse ich sie mit der Nase an - keine Reaktion. Dann versuche ich,
mit der Nase unter ihrem Arm durchzukommen - keine Reaktion. Also muss ich schon etwas drastischer
werden. Ich setze mich vor sie, fixiere sie und patsche ihr meine Pfote auf den Schoß.
Spätestens da habe ich ihre volle Aufmerksamkeit. Sie nimmt meine Pfote herunter und versucht
weiter, demonstrativ wegzuschauen. Mein nächster Versuch ist dann, mit beiden Pfoten auf
ihren Schoß zu steigen. Da muss sie natürlich lachen und sagt:"Ronja, Du bist
doch kein Schoßhund!" Ja, warum denn nicht??? Nun muß ich nur noch heimlich
die beiden Hinterpfoten nachziehen und schwubs bin ich komplett auf der Couch und werde gekrault.

Hihi, da habe ich es geschafft!
Ich bin zwar nicht so dreist wie andere Hunde, die einfach sofort auf die Couch
springen, aber auch ich komme zu meinem Ziel, wie man sieht. Ich handle nur etwas überlegter,
denn wäre ich sofort auf die Couch gesprungen, hätte Frauchen mich sofort mit einer
Handbewegung wieder heruntergewischt. Ich muss aber auch dazusagen, dass ich nicht sonderlich
oft auf der Couch bin und meistens schnell wieder flüchte, weil es mir einfach zu warm
ist. Ich fühle mich am wohlsten bei arktischen Temperaturen und schlafe nachts im Flur
auf dem Laminat. Mein Lieblingsplatz ist direkt vor der Wohnungstür, wo es so schön
durch die Ritze zieht. Ich habe ja auch ein ganz dichtes, kuscheliges Fell, was mich immer
schön wärmt.
Aufgrund genau dieses weißen Kuschelpelzes wollen mich immer ganz viele Leute angrabschen
und finden mich ja sooo süß. Ich bin ja auch süß! Nicht, dass ich eingebildet
wäre, es ist einfach eine Tatsache. Ich mag nur dieses Angegrabsche nicht. Es gibt aber
auch Leute, die mich nicht bedrängen und die mich auf sie zukommen lassen. Dann schnüffele
ich an ihnen und wenn sie mir sympathisch sind, dürfen sich mich gnädigerweise anfassen
und streicheln. Leute, die ich kenne, sind mir aber am liebsten. Da bringe ich mich immer um
vor Freude! Wenn die Eltern von meinem Frauchen kommen oder wir zu ihnen fahren, ist das immer
einer DER Höhepunkte überhaupt. Die verwöhnen mich so toll, genauso wie es einer
Prinzessin wie mir gebührt.
Wenn Frauchen mal einen Tag weniger Zeit für mich hat, weil sie sich z.B.
mit so unwichtigen Sachen wie Lernen für die Diplomprüfungen beschäftigt, finde
ich das voll gemein! Ich bin es doch gewohnt, dass sich Frauchens gesamter Tagesablauf nur
um mich dreht. Wenn sie dann mal keine Tricks mit mir übt, Suchspielchen macht oder
zum Hundeplatz fährt, ist mir total langweilig. Das gebe ich ihr dann auch lautstark zu
verstehen. Ich fiepse und nörgle und nerve sie damit total. Das ist ja schließlich
auch mein Ziel! Diese hervorragende Taktik wende ich auch an, wenn ich Hunger habe oder Frauchen
sich zu langsam für den Spaziergang fertig macht. Die zieht sich die Schuhe manchmal im
Zeitlupentempo an, da ist ja meine Oma schneller. Da muß ich ihr dann mit meinem Fiepsen
schon mal zu verstehen geben, dass es auch schneller geht. Als besonders wirkungsvoll hat sich
die Nörgelei erwiesen, wenn wir abends bei Freunden von Frauchen zu Besuch sind und Frauchen
mir mein Abendessen noch nicht serviert hat. Da bin ich dann extra nervig und nörgle so
lautstark, dass sie mich gar nicht mehr ignorieren können, was sie ja zuerst noch versuchen.
Das hat dann den positiven Effekt, dass wir nach Hause gehen und ich endlich mein wohlverdientes
Fresschen bekomme. Wurde ja auch Zeit, schließlich wäre ich fast verhungert!

Endlich Fressen!!!
Doch neben dem Fressen beschäftige ich mich am liebsten mit einem meiner diversen Bälle aus meiner Ballsammlung, die sich im Laufe meines Lebens angesammelt hat. Ich spiele aber nicht gerne dieses typische Hundespiel, was JEDER Hund gerne spielt und vollauf begeistert ist. Also Ball wird geworfen, Hund rennt hinterher, bringt den Ball zurück und dann geht das Spiel von vorne los. Das ist doch öde!!! Frauchen versucht es zwar immer wieder, mich davon zu begeistern, aber da kann sie warten, bis sie schwarz wird! Ich schnappe mir so schnell ich kann den Ball, lege mich damit gemütlich ins Gras und fange an darauf herumzukauen. Besonders gut eignen sich hierfür diese tollen Moosgummibälle, wo mein Sabber richtig schön tief in den Ball einzieht und der Ball beim Kauen dieses schöne, wundervolle, quietschige Geräusch von sich gibt. Das Geräusch klingt ungefähr so, als wenn man als Mensch barfuß im Watt herumläuft (zumindest empfand ich das so, als wir im Sommer im Watt waren). Das ist so ein tolles Gefühl, wenn man kaut und die Flüssigkeit beim Knautschen aus dem vollgesaugten Ball wieder herauskommt. Da liege ich immer richtig genießerisch im Gras und mache die Augen zu. Das sieht dann genau SO aus:

Mein Ball und ich
Frauchen sagt dann immer, ich wäre ein komischer Hund. Andere Hunde wären
doch ganz scharf auf dieses lustige Ballspiel. Pah, die weiß gar nicht, was das für
ein tolles Gefühl ist, wenn man auf dem Ball herumknautscht und der Sabber dabei wieder
herauskommt. Das ist sooooo schön! Sie hat sogar schon einen Apportierkurs mit mir gemacht,
weil sie dachte, ich lerne dann, den Ball gerne abzugeben. Ist die verrückt? Wenn ich
den Ball abgebe, kann ich doch nicht mehr knautschen! Neeeneee, ich drehe dann immer so geschickt
den Kopf weg, dass Frauchen den Ball nicht kriegt. Apportieren mache ich trotzdem gerne. Aber
nicht mit meinem Ball! Dafür gibts doch andere Apportel, die sich viel besser eignen.
Die bringe ich auch und gebe sie sogar zuverlässig ab. Nur beim Ball kann ich das halt
nicht...so sehr ich mich bemühe;-)
Ich weiß ja, dass ich hübsch bin! Das kriege ich ja oft genug gesagt.
Die Leute bleiben auf der Straße stehen und sagen: "Och, ist die aber hübsch!"
Viele fragen Frauchen auch, wie sie mich so strahlend weiß kriegt. Sie sagt daraufhin
immer nur:"Die ist mit Perwoll gewaschen!" Aber manchmal - da überkommt es mich
doch. Da sehe ich eine tolle Pfütze oder schönen Matsch, da muss ich mich einfach
dreckig machen. Ich kann gar nicht anders! Frauchen macht dann immer so einen Aufstand und
verdirbt einem die ganze Freude. Das Wort "Dusche" fällt dann nicht nur einmal
auf dem weiteren Spaziergang. Leider macht Frauchen diese Drohung auch prompt wahr, wenn wir zu Hause
ankommen. Und ich hasse Wasser von oben, zumindest wenn es sich nicht um Regen handelt. Von unten, besonders wenn es mir im Sommer den Bauch
kühlt, finde ich es genial. Ich finde sogar Wellen klasse, aber diese blöde Dusche
kann ich auf den Tod nicht ausstehen. Und dann dieses ständige Pfotenabtrocknen, bevor
es in die Wohnung geht - schrecklich! Also MICH stört es kein bißchen, wenn
ein bißchen Schlamm und Matsch in der Wohnung ist. Tritt sich doch fest!

Habe ich mich nicht schön gemacht?
Als ich Welpe und ein Teenager war, waren Frauchen und ich ziemlich oft beim
Tierarzt. Erst fand ich das voll doof, weil der immer was gemacht hat, was mir wehgetan hat.
Immer wurde ich gezwungen, stillzuhalten und irgendwelche unheimlichen Sachen über mich
ergehen zu lassen. Voll uncool! Aber irgendwann wechselte Frauchen den Tierarzt und dann kamen
wir in die Praxis von diesem furchtbar sympathischen Dr. Schlenker. Der sieht nicht nur gut
aus (sagt zumindest Frauchen), sondern der ist sooo lieb zu mir und einfühlsam. Außerdem
kriege ich immer super Leckerlis, wenn ich stillhalte. Das ist doch ein Anreiz! Heute sind
wir nicht mehr so oft da, da ich kaum noch krank bin. Das ist zwar einerseits schön, aber
andererseits sehen Frauchen und ich dann Dr. Schlenker nicht mehr. Oftmals habe ich mir ja
schon irgendetwas ausgedacht, nur um alle zwei Wochen zu Dr. Schlenker zu kommen, aber irgendwie
gehen mir gerade die Ideen diesbezüglich aus...
Wenn wir fremden Hunden begegnen, weiß ich nicht so wirklich, wie ich mich
verhalten soll. Die sind mir erst mal alle suspekt, schließlich wurde ich armes, bemitleidenswertes
Geschöpf als Welpe ganze 4 (!) Mal gebissen. Da ist man natürlich erst mal vorsichtig
und muss schauen, mit wem man es zu tun hat. Die meisten Hunde erweisen sich ja bald als harmlos,
aber andere jagen mir Angst ein und dann belle oder knurre ich sie an, damit sie sich verziehen. Es gibt
einige richtige lästige Exemplare, die sich auch durch mein Bellen und Knurren nicht stören
lassen. Da muss ich dann schon mit schwereren Geschützen auffahren. Ich weiss auch gar
nicht, warum die alle so aufdringlich an mir schnüffeln müssen. Ich scheine wohl
ein ganz besonders tolles Hundeparfüm zu benutzen. Deshalb mag ich auch lieber Hündinnen.
Die schnuppern kurz an mir und dann können wir zusammen spielen. Aber die Rüden
haben meist nur das Eine im Kopf! Schrecklich!
So, jetzt habe ich genug gelabert. Ich schätze mal, Ihr habt jetzt einen
kleinen Einblick in mein spannendes Hundeleben bekommen! Ich wünsche Euch weiterhin viel
Spaß auf Frauchens Seiten!!!

