Der Standard des Weißen Schweizer Schäferhundes

Durch die vorläufige Anerkennung der FCI gibt es nun auch für den Weißen Schweizer Schäferhund einen gültigen Standard:
Standard FCI-Nr. 347 (18.12.02/D)

 

Ursprungsland:  
Schweiz  

Verwendung:  
Familien- und Begleithund mit ausgesprochener Kinderliebe, aufmerksamer Wächter, freudiger und elehriger Arbeitshund.

F.C.I. Klassifikation:  
Gruppe 1 (Hütehunde und Treibhunde ausgenommen Schweizer Sennhunde) Sektion 2 (Schäferhunde ohne Arbeitsprüfung)

Kurzer geschichtlicher Abriss:
In Amerika und Kanada konnten sich Weiße Schäferhunde allmählich zu einer eigenständigen Rasse entwickeln. Anfang der 70er Jahre wurden die ersten Tiere in die Schweiz importiert. Der amerikanische Rüde "Lobo", geboren am 05.03.1966, kann als Stammvater der Rasse in der Schweiz angesehen werden. Aus Verbindungen mit diesem in der Schweiz registrierten Rüden sowie weiteren Importhunden aus den USA und Kanada wurden die Weißen Schäferhunde allmählich über ganz Europa verbreitet, wo sie heute, über Generationen rein gezüchtet, in großer Zahl leben. Deshalb werden die Hunde seit Juni 1991 in der Schweiz als neue Rasse im Anhang des Schweizerischen Hundestammbuches SHSB geführt.

 

Berno von der Seewiese 1913

Allgemeines Erscheinungsbild:
Kräftiger, gut bemuskelter, mittelgrosser, stehohriger stockhaariger oder langstockhaariger weißer Schäferhund von gestrecktem Format, mittelschwerem Knochenbau und eleganten, harmonischen Körperumrissen.

Wichtige Proportionen:
Mäßig langes Rechteckformat. Verhältnis Rumpflänge (von der Bugspitze zum Sitzbeinhöcker gemessen) zu Widerristhöhe: 12:10.
Die Distanz vom Stop bis zum Nasenschwamm ist geringfügig grösser als die vom Stop bis zum Hinterhaupthöcker.
Verhalten und Charakter:
Temperamentvoll, nicht nervös, aufmerksam und wachsam, gegenüber Fremden gelegentlich etwas zurückhaltend, niemals ängstlich oder aggressiv.

Kopf:
Kräftig, trocken und fein modelliert, zum Körper passend. Von oben und von der Seite gesehen keilförmig. Die oberen Begrenzungslinien von Schädel und Fang sind parallel.

Oberkopf:
Schädel: Nur wenig gewölbt, angedeutete Mittelfurche.
Stop: Geringfügig ausgeprägt, aber deutlich erkennbar.

Gesichtsschädel:
Nasenschwamm: Mittelgross, schwarzes Pigment erwünscht. Wechselnase und aufgehellter Nasenschwamm zulässig.
Fang: Kräftig und im Verhältnis zum Schädel mässig lang. Nasenrücken und untere FAnglinie gerade. Zur Nase hin leicht zusammen laufend.
Lippen: Trocken, gut anliegend, möglichst vollständig schwarz.
Kiefer/Zähne: Kräftiges und vollständiges Scherengebiss, wobei die Zähne senkrecht im Kiefer stehen sollten.
Augen: Mittelgross, mandelförmig, leicht schräg eingesetzt. Farbe braun bis dunkelbraun. Lider gut anliegend, schwarze Lidränder erwünscht.
Ohren: hoch angesetzte, gut aufrecht getragene, parallel nach vorne gerichtete, grosse Stehohren in Form eines länglichen, oben leicht abgerundeten Dreiecks.
Hals:
Mittellang, gut bemuskelt und harmonisch auf den Körper aufgesetzt. Keine Wammenbildung, die elegant geschwungene Nackenlinie verläuft ohne Unterbrechng vom mässig hoch getragenen Kopf bis zum Widerrist.

Körper:
Kräftig, muskulös, mittellang

Widerrist:
Betont

Rücken:
Horizontal, fest

Lenden:
Stark bemuskelt

Kruppe:
Lang und von mittlerer Breite, zum Rutenansatz hin sanft abfallend

Brust:
Nicht zu breit, tief (ca. halbe Widerristhöhe), bis zu den Ellenbogen reichend, ovaler, weit nach hinten reichender Brustkorb, deutliche Vorderbrust.

Bauch und Flanken:
Straffe, schlange Flankenpartie, Bauchlinie leicht aufgezogen

Rute:
Rundum buschig behaarte Säbelrute, sie sich zur Spitze hin verjüngt, eher tief angesetzt, mindestens zum Sprunggelenk reichend, in Ruhe hängend oder im unteren Drittel leicht aufgebogen, in der Bewegung höher, aber nie über der Rückenlinie getragen.

Gliedmaßen:
Kräftig, sehnig, mittelschwer

Vorderhand:
Von vorne gesehen gerade, nur mäßig breiter Stand, von der Seite gesehen gut gewinkelt

   

Schulter:
Langes und gut schräg gelagertes Schulterblatt. Gute Winkelung, ganze Schulterpartie stark bemuskelt

Oberarm:
Von genügender Länge, stark bemuskelt

Ellenbogen:
Gut anliegend

Unterarm:
Lang, gerade, sehnig

Vordermittelfuß:
Fest und nur wenig schräg gestellt

Hinterhand:
Von hinten gesehen gerade und parallel, nicht zu breit stehend, von der Seite gesehen gut gewinkelt

Oberschenkel:
Mittellang, schräg, mit festen Knochen und gut bemuskelt

Sprunggelenk:
Kräftig, gut gewinkelt

Hintermittelfuß:
Mittellang, gerade, sehnig. Afterkrallen sollten entfernt sein (außer in den Ländern, in welchen die Entfernung der Afterkrallen gesetzlich verboten ist)

Pfoten:
Oval, hinten etwas länger als vorn. Zehen dicht aneinander liegend und gut gewölbt, feste, widerstandsfähige, schwarze Ballen, dunkle Krallen erwünscht.

Gangwerk:
Rhythmischer Bewegungsablauf, gleichmäßig zügig und ausdauernd, weit ausgreifender Vortritt und kraftvoller Schub. Im Trab raumgreifend und leichtfüßig.

Haut:
Ohne Falten, dunkel pigmentiert

Haarkleid:
Haar: mittellanges, dichtes, gut anliegendes Stockhaar oder Langstockhaar, reichliche Unterwolle überdeckt von kräftigen, geraden Grannen. Fang, Gesicht, Ohren und Vorderseite der Läufe sind kürzer behaart. Am Nacken und an der Rückseite der Läufe etwas länger. Leicht gewelltes, hartes Haar zulässig.
Farbe: Weiß
Größe und Gewicht:
Widerristhöhe: Rüden: 60 - 66 cm, Hündinnen: 55 - 61 cm
Gewicht: Rüden: ca. 30 - 40 kg, Hündinnen: ca. 25-35 kg
Typvolle Hunde dürfen wegen leichter Unter- oder Übergrösse nicht ausgeschlossen werden.

Fehler:
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten ist als Fehler anzusehen, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

Leichte Fehler:
Schwache Wildfärbung (schwache gelbliche oder lohfarbene Schattierungen) an Ohrenspitzen, Rücken und Oberseite der Rute.
Fleckige Pigmentverluste an Nasenschwamm, Lippen und/oder Lidrändern.

Schwere Fehler:
Plumpe Erscheinung, zu kurzes Gebäude (quadratisches Format)
Mangelndes Geschlechtsgepräge
Fehlen von mehr als zwei PM1. Die M3 werden nicht berücksichtigt.
Hängeohren, Knickohren, Kippohren.
Stark abfallende Rückenlinie.
Ringelrute, Knickrute, Hakenrute, Kipprute
Weiches, seidiges Deckhaar, wollig, lockig, nicht am Körper anliegend, ausgesprochenes Langhaar ohne Unterwolle.
Deutliche Wildfärbung (deutliche gelbliche oder lohfarbene Verfärbung) an Ohrenspitzen, Rücken und Oberseite der Rute.

Ausschließende Fehler:
Ängstlichkeit, Aggressivität.
Ein Auge oder beide Augen blau, hervortretendes Auge.
Entropium, Ektropium
Vor- und Rückbiss, Kreuzbiss
Völliger Pigmentverlust an Nasenschwamm, Lippen und /oder Lidrändern.
Völliger Pigmentverlust an Haut und Ballen
Albinismus

Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, welche sich vollständig im Hodensack befinden.

 

 

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